#5: Der schönste Ort der Welt

Der Proberaum im Jugendzentrum Jux, stand tatsächlich schon länger als Thema auf der Liste der Texte, die ich unbedingt irgendwann schreiben wollte. Texte, die ich bis dato aber nirgends unterbringen konnte. Früher, als ich meine ersten (ungeschickten) Gehversuche, beim Headliner der Neuen Südtiroler Tageszeitung machte, lernte ich innerhalb von zwei Jahren einen guten Teil der Südtiroler Musikszene kennen, indem ich darüber schrieb. Damals habe ich für den Headliner, das ist eine Fanzine, die jeden Freitag seit gefühlten Ionen in der Neuen Südtiroler Tageszeitung erscheint, Proberäume, Bands und eben deren Arbeiten in Form von bunten Siliziumscheiben kennengelernt. Nachdem ich heute aber beruflich in einem völlig anderen Bereich tätig bin, ist es mehr als cool, wieder mit dieser besonderen Welt in Berührung zu kommen.

In normalen Zeiten, also in Zeiten in denen wir keinem Lockdown, keiner Pandemie oder keinem Virus unterstehen, sind wir eigentlich eine Provinz, die den gesamten Sommer mit Konzerten, Festivals und musikalischen Happenings zu kleistert. Was mich eigentlich auch schon vorerst zum zentralen Punkt meines Plädoyers hier bringt. Wie ich bereits angemerkt habe, betätige ich mich heute in einem anderen Feld, als noch vor zehn Jahren. Um etwas konkreter zu werden, kann ich sagen, dass ich professioneller Werbemensch bin. De facto arbeite ich also mit Werbemitteln aller Art, was wiederum dazu führt, dass ich mich mit sehr, sehr vielen Stereotypen auseinandersetzen muss. Im Grunde mit so jeder Floskel, jeder Stereotype, jeder abgedroschenen Fraße die es im Vokabular eines möchte gern Mad Man so gibt.
Textzeilen wie Und in der wunderschönen Passerstadt, lässt es sich sehr schön am Wegesrand zwischen der schönen Sissi und dem herrlichen Blütenduft flanieren oder die wunderschöne Marktgemeinde Lana besitzt eine der höchsten Lebensqualitäten sind dabei keine Seltenheitshoot me.

Was diese Dinge gerne auch mit sich bringen, ist ihr unbegrenzter Mangel an Kreativität oder die einfache Faulheit kurz Google zu öffnen um nach einem Synonym für “Schönheit” oder “Lebensqualität” zu suchen. Was ich hier also konkret kritisiere, sind die vielen, vielen Wiederholungen und Frasen, die sich im Vokabular der heimischen Werber eingeschlichen haben. Dabei sind diese einfälltigen Wiederholungen noch gar nicht einmal das Schlimmste. Das wirkliche Problem ist das Weglassen, dass dadurch entsteht. Das Weglassen wichtiger Aspekte eines Sachverhaltes. Ganz konkret auf unser Event Radon bezogen, meine ich damit das Weglassen eines der wichtigsten Aspekte der Südtiroler Kultur, nämlich der Musikszene. Südtirol ist mehr als Volksmusik und Deutschrock.

Ich meine, bitte versteht mich nicht falsch, ich habe prinzipiell nichts gegen Volksmusik, oder eben Deutschrock. Beide haben auch irgendwie ihre Daseinsberechtigung und mit den vielen Millionen verkauften Platten wahrscheinlich auch gar keine schwache. Die Krux bei der Sache ist aber, dass wir neben eben genau diesen Musikrichtungen auch ein Land sind, dass eine unglaubliche diverse und breitgefächerte Musikkultur zu bieten hat, die nicht nur auf einem qualitativ so hochwertigem Level spielt, dass sich viele internationale Künstlerinnen und Künstler blöd anschauen können, sondern eben auch eine Musikkultur bietet, in der so immens viel Herzblut hineingesteckt wird, dass ich es fast schon beleidigend finde, dass sie, abseits von Frei.Wild und den Kastelruther Spatzen keine Beachtung findet.

Lana_Live_Proberaum_2020_LQ-22

Nehmen wir zum Beispiel die post-hardcore-Band Dead Like Juliet her. Die Typen haben sich innerhalb von zehn Jahren von der netten Garage-Band von nebenan zu professionellen Musikern entwickelt, die mittlerweile regelmäßig Konzerte in Russland, Großbritannien und eigentlich in ganz Europa spielen. Oh und wisst ihr, wo die Herren ihre Musik aufnehmen? In einem Wohnhaus, dass sie selbst zu einem professionellen Aufnahmestudio umgestaltet haben. Den Anfang hat dabei alles, wie so oft, im Proberaum vom Jux Lana genommen.

Als legendärer nicht-Ort, wo alle sozialen Ränge an der Panzertür am Eingang abgelegt werden, ist dieser Ort ein Kulturerbe. Und das meine ich zu Hundertprozent, wie es da steht. Ich kann mir partout keinen Ort in unserem Land vorstellen, der so viele Kulturschaffende hervorgebracht hat, der so viel Teil an unser breiten Kulturlandschaft hat und der auch noch so lange und so gut, ohne größere öffentliche Zuschüsse funktioniert hat, wie dieser Proberaum (Der eigentlich sogar zwei Proberäume ist, da es ja eben zwei Räumlichkeiten gibt).
Als ich mir die Sendung heute angehört habe, sind mir so viele Erinnerungen an Abende in diesem wunderbaren Establishment hochgekommen, dass ich fast schon melancholisch wurde.

Bevor ich hier jetzt aber in ein rührerisches Rumgejammere über die “gute alte Zeit” ausbreche, möchte ich lieber über den Herrn an vorderster Front sprechen, den Napoleons unter den Kulturschaffenden, den Gatekeeper der Melodien, den Don der heimischen Musikszene: Reinhold Giovanett. Der Mann, der die Musikszene seit Jahren an vorderster Front verteidigt, leibt, wertschätzt, ausbaut, ihr wieder auf die Beine hilft, sie analysiert und kritisiert und dafür sorgt, dass man auf sie hört. Giovanett war tatsächlich mein allererster Chef in Sachen Journalismus, was die ganze Sache hier um so cooler macht. Der Mann hat mir geholfen erste Erfahrungen im Journalismus zu machen und ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass ich mich nach bestimmte Dinge in meiner Karriere umgesehen habe. Danke, Reinhold!

Die gesamte Sendung können Sie >hier< nachhören.

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#4: Geräusche

Es liegt wahrscheinlich in der Natur der Dinge, dass man bestimmte Dinge eines Kunstfestivals nicht augenblicklich und sofort versteht. Insbesondere dann, wenn man nicht vom Fach ist, oder eben etwas komplett anderes erwartet hatte. Es war Montagabend, als Manuel Oberkalmsteiner und Matthias Keitsch im Kulturprogramm von Radio Sunshine auftraten. Es war, wie gesagt Montagabend, wobei die Emphase hier ganz klar auf Montag lag. Der Hass auf diesen Wochentag manifestiert sich eben dann ganz gut, wenn er seine gesamte Schönheit schon den ganzen Tag über vor einem hinknallte. Ich für meinen Teil schaute gerade mit wunderbar stechenden Kopfschmerzen, die zwar noch nicht ganz da waren, aber sich so langsam anbahnten, aus dem Fenster. Während ich das tat, machte ich inzwischen den Livestream von Radio Sunshine auf, wo Manuel und Matthias alsbald auftreten werden würden. Als Barbara, das ist die Radiomoderatorin von Radio Sunshine und so ganz nebenbei eine der coolsten Moderatorinnen überhaupt, das Duo anmoderierte war mir noch nicht ganz klar, was da kommen würde. Nach kurzer Zeit entwickelte sich eine Soundkulisse, die ich so nicht erwartet hatte. Sie hatte, und das war wohl auch meinen Kopfschmerzen zu schulden, einen Effek auf mich wie ein Zahnarztbohrer der sich in meine Hirnwindungen einfräste. “Ich meine, ich weiß ja, dass das alles gut gemeint ist,” dachte ich mir, “Aber Störgeräusche an einem Montag um 19 Uhr Abends? Das ist zumindest mutig, ich will mehr hören.”

Und tatsächlich, nach gut einer viertel Stunde verlief die anfängliche Verwunderung um den Inhalt der Sendung und damit auch mein Kopfschmerz im Sand. Vor mir aufgetan hat sich ein wunderbares Klangerlebnis, dass ich so nach dem anfänglichen Quietschen nicht erwartet hatte. Die Störgeräusche wurden klarer und Matthias Keitschs Interviews fügten sich langsam aber sicher zu einem Gesamtbild zusammen, dass ein interessantes Bild von Lana und seinen Bewohnern zeichnete. Ich weiß nicht, was da gerade passiert war, aber es fühlte sich gut an. Als ich mich fast schon in einem meditativen Zustand befand, riss mich Barbara raus und blies zum Interview mit den beiden.

Im Interview erzählt Keitsch, oder eben Manuel, das weiß an dieser Stelle nicht mehr, dass das Werk eben in dieser Form als Premiere gezeigt wurde und – und das ist der Knackpunkt bei der Sache – so nie mehr gehört werden wird. Das Ding war also eine einmalige Liveperformance von 20 Minuten, die aus 10 Stunden (!) Audiomaterial zusammengestellt wurde. Das ist insofern beachtlich, da wir dadurch unweigerlich eine Diskussion über die Einzigartikeit der Kunst und ihrem Wert in Zeiten unendlicher technischer Reproduzierbarkeit öffnen.

Wenn wir uns überlegen, dass das Stück nur ein einziges Mal so zu hören war, dann haben wir dazu zwangsläufig einen anderen Zugang, als zu den inflationär gehandelten Medien in der Social Media Welt. In einer Welt in der der Wert der Kunst, durch die technischen Möglichkeiten, die sich in unserer Gesellschaft heute erstaunlich, wirklich erstaunlich stark, über einen demokratischen Grundwert verfügen, können wir hier jetzt zwei verschiedene Standpunkte einnehmen. Zum einen bedienen wir ein pessimistisches Stereotype, wenn wir behaupten, dass der Grundwert eines Kunstwerks durch seine inflationäre Verteilung an die Welt da draußen einen Großteil seines künstlerischen Wertes verliert. Wir erinnern uns an dieser Stelle an die Hipster der frühen 10er-Jahre. Die, alle Kunst, Film, oder eben Musik, die es aus der Szene hinaus in den Mainstream schaffte, sofort als Verrat an der Sache angesehen hat. Die Masse ist dumm, genau so, wie ihr Geschmack. So oder so ähnlich lautete das damalige Generikum, dass die Richtung einer ganzen Hörerschaft vorgab.
Nachdem wir uns an diesem Punkt aber alle irgendwo ertappt fühlen, können wir auch davon ausgehen, dass die Qualität der Musik nicht mit ihrem Bekanntheitsgrad sinkt.

Die Performance von Matthias und Manuel war ein Erlebnis, dass in dieser schnelllebigen Zeit, in der wir nur einen Milimeter zum nächsten Programm weiterswipen, müssen nicht unbedingt sofort einen Platz findet, weil man sich eben auch damit beschäftigen muss. Aber genau das war auch die Schönheit dahinter.

Die Liveperformance inklusive der Interviews wird am Sonntag, 31. Mai um 11 Uhr auf Radio Sonnenschein wiederholt.

Fotos: Flyle

 

 

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#3: Blutiges Wochenende

Im letzten Beitrag meiner Zeugschaft für LanaLive ging es um die Eislöcher von Ackpfeif und ihr sozialkritisches Potenzial. Wenn sie den Beitrag gelesen haben, dann wissen sie wahrscheinlich, was ihnen jetzt bevorsteht. Sie haben aber Glück, im heutigen Beitrag geht es nämlich um einen Ticken mehr Substanz, auch wenn es anfänglich wahrscheinlich nicht den Anschein macht. Löcher finden sie in diesem Beitrag nicht, dafür aber eine ganze Menge blutiges.

LanaLive hat sein erstes digitales Wochenende hinter sich und hat damit einen ordentlichen Meilenstein erreicht, der vor ein paar Wochen so noch gar nicht realistisch war. Auch wenn es die sonnigen Temperaturen und die Masken, die nur mehr lasziv, angepasst an ebendiese Temperaturen, von den Gesichtern hängen nicht den Anschein machen, so befinden wir uns immer noch inmitten einer weltweiten Pandemie mit mehr als einer viertel Million Toten. Die Krise macht, auch wenn es, wie gesagt, nicht so aussieht, auch im Frühling keine Pause, sondern verlangsamt sich höchstens ein Stück weit und gibt uns eine kleine Verschnaufpause. Wie viele Analysten nämlich vermuten, können wir davon ausgehen, dass es in absehbarer Zeit zu einer zweiten Welle kommen wird. Auch deshalb, weil es noch nicht abzuschätzen ist, ob wir denn überhaupt auf eine massentaugliche Impfung erreichen, wie dieser >Guardian-Artikel< anschaulich erklärt. Es ist also klar, das nichts klar ist, außer eben, dass wir in der Krise stecken.

Da es mir hier aber nicht darum geht, dass wir uns hier über den aktuellen Stand der Pandemie unterhalten und weil wir schließlich auch mitten im coolsten transdisziplinären Kunst- und Kulturfestival stecken, dass Südtirol westlich der Etsch zu bieten hat, sollten wir uns, zumindest bis zum übernächsten Absatz, keine weiteren Gedanken darüber machen. Am Samstag fand die Uncanny Eatery statt, die definitiv eines meiner persönlichen Highlights des ganzen Festivals darstellt. Alleine aufgrund des Umstandes, dass es Manuel Pellegrini schafft, die Eatery vom mittlerweile bis zur Gänze ausgeschlachteten Live-Stream-Prinzip auszubrechen zu lassen und für eine weitere Dimension zu sorgen. In Summe also ein ziemlich cooles Erlebnis.

Manuels Performance hat sich aus drei Säulen zusammengesetzt, die sich zusammen zu einem wunderbaren Splatterfest ergeben haben. Manuel hat dabei nicht auf billige Schockeffekte verzichtet, sondern in schönster hedonistischer Weise zelebriertBlut und Gedärme als Appetitanreger quasi. Kenner würden hier Parallelen zu Ruggero Deodatos Cannibal Holocaust spinnen, aber darauf verzichten wir jetzt einfach mal, weil wir a) unser Filmgeek-sein außen vor lassen und b) noch eine ganze Menge vor uns haben. Am Anfang der Performance sitzt man mit einem Brief in der Hand und einem offenen VIMEO-Tab am Bildschirm und überlegt sich, wie man denn die ganze Geschichte jetzt am besten angehen sollte. Die drei Pakete, die sich auf dem ersten Blick aus Erdnüssen, Kohlrabi und Karottenschnitten und Rote Beete (weil blutig und komische Konsistenz, wenn gekocht) zusammensetzen, sollen das Gesehene mit dem Geschmackssinn verbinden. Der Brief führt uns in das Geschehen ein und lenkt unseren Blick auf den Link zum VIMEO-Clip. Nach einigen ikonischen Szenen aus Horrorszenen und Horrorkomödien (>wie etwa den hier<) wird man, in Form von Manuel Pellegrinis CGI-Mund zum Verzehr der Erdnüsse aufgefordert, die doch tatsächlich mit Curry gewürzt sind! Nach gut 12 Minuten ist die Performance auch schon wieder vorbei und ich muss tatsächlich zugeben, dass ich die rote Beete nur bis zur Hälfte gegessen habe. Der Ekel stieg mir tatsächlich zu Kopf. Well played, sir. Well played.

Aber warum zieht man sich sowas überhaupt rein? Horror in Krisenzeiten, echt jetzt?

Dazu gibt es im Grunde mehrere Erklärungsansätze, die wir an dieser Stelle hier ganz bestimmt nicht alle aufzählendas würde einfach den Rahmen sprengen und es ist schon spät. Blättert man aber durch einschlägige Fachliteratur, findet man zahlreiche Begründungen um das Vergnügen an Horrofilmen und dem Schrecklichen. Querverweise auf die Aristotelische Poetik passt da genauso rein, wie auch eine angebliche kathartische Wirkung von Horrofilmen und dem Schrecklichen, oder die recht ähnliche Vermutung, dass Horror, oder in diesem Fall eben Horrofilme dabei helfen sollen, Ängste in einem sicheren Setting zu erkunden. Legt man das jetzt richtig aus, und baut man bei diesem ganzen Plädoyer für die Schönheit des Schrecklichen auch noch den Umstand ein, dass wir uns in noch nie dagewesenen Zeiten befinden, in denen kein Stein auf dem anderen bleibt, dann haben wir einen astreine Beweis dafür, dass ein solches Splatter-Foodie-Abenteuer gerade wie die Faust aufs Auge, oder eben der Speer durchs Auge passt. Auch, wenn hier natürlich nichts gerechtfertigt werden will. Denn am Ende des Tages ist es mit solchen Begründungen, warum man Lust darauf hat sich blutige Gemetzel im TV anzusehen halt aber genau das: Eine Rechtfertigung für Unterhaltung und sowas brauchen wir im Moment eben genau nicht.

Um die Frage nach dem Grund für Brutalitäten, Blut und Gedärmen in der Popkultur ein für alle Mal zu klären, möchte ich auf ein Zitat des großen Philosophen und Geschichtenerzählers Quentin Tarantino zurückgreifen, als er eben genau diese Frage beantworten sollte: ‘Cause it’s so much fun, man.

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#2: Löcher

In diesem Beitrag geht es um nichts. Genauer gesagt, geht es um Löcher, obwohl die ja eigentlich auch irgendwas sind.
Diese ambivalenten Entitäten, die sich im Grunde von zweierlei Standpunkten aus beobachten lassen (Das Loch ist das Nichts, oder eben das es umgebende Etwas) spielen die Hauptrolle bei dieser Wanderung, auch wenn wir uns an dieser Stelle schon einmal darauf einstellen müssen, dass wir uns im Zwiespalt über die Hauptakteure dieser Veranstaltung befinden werden. Schließlich ist die Wanderung zu den Eislöchern von Ackpfeif ja auch eigentlich eine Wanderung zum Eis, das sich (auch im Sommer) in den Löchern befindet. Die Voraussetzungen für eine spannende Grundsatzdiskussion zum Thema Löcher und ihre Inhalte wären an dieser Stelle definitiv gegeben, wir unterhalten uns aber Lieber über die Wanderung selbst. (Für alle, die sich in Sachen Löcherkunde fortbilden möchten, würde ich dringend Max Mayrs preisgekrönten Essay-Podcast >Projekt Clusterfuck< und die >Episode über das gleichnamige Thema< ans Herz legen.)

Ich erlaube mir hier, alle blutigen Details der Wanderung, wie Beschreibungen über sich am Wegesrand säumende Pflanzen auszusparen, da sowas bereits bis zum Exitus in jedem existierenden Wanderführer ausgeschlachtet wurde und das machen wir hier eben nicht. Verklagt mich. Dafür unterhalten wir uns aber über den edgy Undergroundcharakter dieser anscheinend ordinären Wanderung, die ihren künstlerischen Anspruch zwischen unheimlichen Essensevents, avantgardistischen Kunstexponaten und Kunsthochschul-Techno verteidigen muss.

Wenn wir uns normalerweise im südtiroler Kontext einer Wanderung bewegen, dann kann es gerne passieren, dass uns das Bild einer vierköpfigen Familie in den Kopf kommt, die sich manisch über die heimischen Wanderwege hermacht, bevor sie über den heimischen Speck herfällt. Das ist bei dieser Wanderung im ersten Moment nicht anders, da das bundesdeutsche Wort “Wanderung” ein solches Bildnis  gerne eben mal evoziert. Da wir aber den Charakter unseres schönen Festivals hier wie ein Riemen mit Nieten um die Wanderung geschnallt haben, verzerrt sich dieses Bild etwas – und das definitiv zum guten.

Wenn man sich von Lana aus nach Ackpfeif begibt, oder eben wie ich, von Tisens nach Ackpfeif, ist man erstmal ratlos über den Verbleib der Eislöcher. Da man die Dinger gern auf ihren oberflächlichen Charakter als Schotterhaufen beschränkt, und sich davon eben auch einige auf dem Weg zwischen Tisens und Lana befinden, ist man sich im ersten Moment nicht so sicher, wo die Eislöcher dann auch tatsächlich liegen. Zugegeben: In Retrospektive war das YouTube-Video, das ich mir vor der Wanderung reingezogen habe, möglicherweise nicht die aussagekräftigste Grundlage für diese Wanderung, jedoch muss man bedenken, dass ich mich mit meinen 28 Jahren immer noch als Millenial beschreiben darf und deshalb natürlich jedes Internetvideo einer Landkarte, oder eben einem ellenlangen Text über die Thematik vorziehe. Digital Native hieß das, glaube ich.

Ich finde aber, dass gerade der Umstand, dass der Weg zu den Eislöchern nicht unbedingt auffällt, äußerst sympathisch ist und etwas vom Underground-Feeling hat, das wir in der diesjährigen Ausgabe von LanaLive zu bedienen versuchen. Noch dazu schleicht sich hier auch ganz leicht ein sozialkritischer Charakter ein, wenn ich das alles nicht ganz falsch deute.

Die Eigenheit einer Attraktion, die ja eigentlich keine Attraktion sein kann, weil sie eben durch ihren verborgenen Charakter kaum, oder nur wenige Leute anzieht, trifft sich hier irgendwo mit dem ambivalenten Charakter der Löcher, die ja auch nichts, aber trotzdem etwas sind. Besonders charmant wird das dann, wenn diese Attraktion noch nicht einmal bei den Anreinern bekannt ist. “Ich bezweifle, dass es hier Eislöcher gibt. Ich bin nämlich von hier,” meinte der etwas zu selbstbewusste Typ in seinem schwarzen Familienvan zu mir, während wir uns keine 200 Meter unterhalb der Löcher befanden.

Im Kern bieten wir hier keine Wanderung, sondern einen Gang in den Untergrund an. In einen Untergrund der sich über alle Stereotypen des entspannten, Sandalenurlaubs hinweg bewegt und für ein genuines Erlebnis sorgt, dass man so nicht erwartet. Das ist auch deshalb so cool (pun intended), weil dadurch auch eine Diskussion zwischen Porphysteinen über die Sinnhaftigkeit eben genau dieser touristischen Stereotypen entsteht. Schließlich sind wir im Grunde als Touristen ja auch immer auf der Suche nach ebendiesen (Pizza in Neapel, Knödel in Südtirol, Wiener Schnitzel in Wien) und regen uns dabei auch gerne mal darüber auf, dass Venedig völlig von Touristen überlaufen ist, dass die Knödel immer teurer werden und dass das Wiener Schnitzel daheim eigentlich immer viel besser schmeckt. Und irgendwo stimmt das ja auch. Wenn das alleinige Erlebnis eines kalten Loches aber gleich viel “Woahs” und “Ahs” auslöst, wie eine Wanderung entlang der Kanäle von Venedig, muss es sich das Konzept Massentourismus zumindest gefallen lassen, dass die Sinnhaftigkeit seiner Existenz in Frage gestellt wird.

>Der konkrete Weg für die Wanderung kann jederzeit hier eingesehen werden.<

#1: Dunkle Zeiten, dunkle Ecken

Hier sind wir also, LanaLive hat seinen Anfang gefunden. Damit geht eine lange Vorbereitungszeit voller Sorgen und Ungewissheiten um die Zukunft dieses einzigartige Projekt zu Ende. Die Auswirkungen der Pandemie lassen sich auch in der diesjährigen Ausgabe von LanaLive spühren. Normalerweise findet das Festival ja im echten Leben, und nicht im Internet statt. Nun haben Katrin und Hannes die Notwendigkeit des Festivals aber bemerkt und deshalb alles daran gesetzt, dass es trotzdem stattfinden kann. Dabei wurden neue kreative Wege gefunden, um mit den Menschen zu kommunizieren und ihnen die Inhalte des Festivals zu präsentieren. Wege, die sich außerhalb der üblichen Facebook-Livestreams und Instagram-Story-Diskussionen befinden. Tatsächich hat man es sogar geschafft die Besucherinnen und Besucher des Festivals aktiv daran Teil haben zu lassen. Wirklich cool.

Hannes hat mich im letzten Jahr, als ich im Zuge der Veröffentlichung meines ersten Buches bei der Podiumsdiskusison “Schwarzschmied Talks & More” eingeladen war, gefragt, ob ich denn nicht Zeuge für LanaLive werden will. Damals war ich mir nicht ganz sicher, ob ich denn der richtige dafür sei. Mein Leben bestand bis Februar nämlich aus unzähligen Kilometern auf dem österreichischen und italienischen Streckennetz, da ich in Wien und Südtirol lebte und arbeitete. Ich bin viel gereist und hatte notgedrungen ein recht flexiles Leben. Aktuell bin ich das erste Mal seit 8 Jahren mehr als drei Monate durchgehend in Südtirol, was eben auch einer der triftigen Gründe für meine Unentschlossenheit damals war. Wie sollte ich denn schließlich ein zehntägiges Festival beobachten, wenn ich gar nicht mal hier bin um beim Festival selbst zu sein? Nun, wir haben dann ja gesehen, wie sich die letzten Monate gestaltet haben.

Verkatert

Nachdem wir nun irgendwie das Schlimmste überstanden haben (ja, ich bin mir auch nicht sicher), komme ich mir gerade so vor, als würde ich langsam aber sicher, den längsten Kater aller Zeiten, nach einer langen, sehr langen, Partynacht abschütteln. Meine Realität fühlt sich im Moment noch etwas vage und unnahbar an. So wirklich habe ich noch nicht begriffen, dass wir uns schon auf Halbweg im “normalen” Leben befinden. Ich meine, mittlerweile kann man sogar wieder zum Kaffeetrinken in die Stadt fahren. Mit Plexiglas und Schutzmaske, aber trotzdem!

Was ich auch interessant finde, ist, dass sich mein angepasstes Lockdown-Leben quasi auf die “neue Realität” nahtlos übertragen ließ. Ich habe mir direkt beim Beginn der Quarantäne einen fixen Tagesablauf angewöhnt, weil ich es für eine gute Idee hielt und weil ich irgendwann in einem Roman über einen unschuldig Inhaftierten gelesen habe, dass es ein probates Mittel sei, eine Isolationen best möglichst zu überstehen. Die Zeit würde so wie im Flug vergehen und, und ja, das ist das wichtigste, man hätte keine Zeit darüber nachzudenken in welchem Schlamassel man da gerade eigentlich steckt. Und tatsächlich: Ich glaube ich habe es noch nie erlebt, dass 4 Monate so dermaßen schnell an mir vorbei sind. Jetzt muss man natürlich dazu sagen, dass der “rigide Tagesablauf” auch seine flexiblen Seiten hatte. Ich war zum Beispiel regelmäßig Teil von Skribbl-Abenden (Skribbl ist eine Art Montagsmaler-Klon im Internet) mit Freunden aus aller Welt, was die ganze Sache ziemlich cool machte. Aber eben, nicht unbedingt real. Interessanterweise, war dann der erste Kontakt mit meinen Kumpels nicht so besonders, wie ich es erwartet hatte. Ich vermute, dass die soziale Überbrückung in den Social Media Kanälen tatsächlich Wirkung gezeigt haben könnte. Ein Umstand, der mir irgendwie nicht ganz geheuer ist.

Videocalls

Was mit dem Lockdown unweigerlich einherging, waren Videocalls. Viele Videocalls. Videocalls mit Freunden, Videocalls mit Familie, Videocalls mit Arbeitskollegen und und und. Der letzte Call, den ich hatte, fand mit dem Team von Dunkle Ecken, um Sophie Lazzari und Annika Terwey statt. Die Beiden wohnen in Berlin und studieren an der Universität der Künste. Sophie macht Grafikdesign, Annika widmet sich hingegen dem Mediendesign und wird sich, aller Wahrscheinlichkeit nach, an der FH Potsdam in Augmented Reality in Zuge ihres Masterstudiums vertiefen.

Der Talk war kurz, prägnant und außerordentlich interessant. Man hätte nicht wirklich behaupten können, dass sich auch nur einer der Teilnehmenden außerhalb des Spektrums „unglaublich sympathische und unglaublich talentierte Menschen“ bewegt hätte. Alle waren sehr interessiert daran, was der jeweils andere zu sagen hatte, was in der Kunstwelt, zumindest nach meiner Erfahrung nicht sehr oft vorkommt.

Die Eröffnung

Das war gestern, oder viel mehr vorgestern. Gestern fand dann ja die Ausstellung statt, die mit der Livesendung auf Radio Tandem den Anfang von LanaLive markiert hat. Die Ausstellung hätte ja eigentlich im Real Life stattfinden sollen, aber sie wurde komplett für den digitalen Raum mit Webseiten, Social-Media-Seiten, interaktiven Live-Streams noch viel mehr Pipapo umgebaut. Ich will mir hier an dieser Stelle nicht herausnehmen, irgendwas zu kritisieren, was wahrscheinlich unter viel Mühe aufgezogen wurde, schließlich bin ich kein stifteschwingender, Schnurrbart- und Baretttragender Kunstkritiker. Außerdem soll die Ausstellung ja auch jeder selbst auf seine eigene, individuelle Art und Weise erleben. Eine Möglichkeit, die der digitale Raum noch viel mehr herausfordert. Dunkle Ecken beschäftigt sich mit dem Thema der psychischen Gesundheit. Das macht die Ausstellung so wunderschön kreativ und einzigartig, dass sich ein Abstecher auf die Webseite allemal lohnt. Alleine schon deshalb, weil das Thema psychische Gesundheit gerade in Covid-Zeiten topaktuell ist, und weil wir auch vorher nicht unbedingt eine flächendeckende, psychische Utopie zu verzeichnen hatten.

Die Ausstellung, die sich mit rund 17 Exponaten das größte Event von LanaLive ist, baut auf kein direktes, zusammenhängendes Narrativ auf, sondern ergibt sich durch eine visuelle Erzählsituation auf der Webseite. Die Ausstellung läuft noch bis zum 31. Mai auf http://www.dunkleecken.it und ist jetzt schon wunderbar erfolgreich. Alleine in den letzten 24 Stunden hat die Webseite mehr als 300 Besucher verzeichnen können.

Dunkle Ecken
Von Sophie Lazzari und Annika Terwey
http://www.dunkleecken.com
21.-31. Mai

Programma

Preview: Venerdì, 15.05.2020, ore 19.30

There’s a World Going on Underground

There's a World Going on Underground_Thomas Scalco - 'Htambà, 2019 - argillite di Lozio e legante acrilico su tela, 50x70 cm

Nell’anteprima di LanaLive, il curatore Gabriele Salvaterra pubblica un manifesto sulla mostra collettiva che sta progettando dal titolo There’s a World Going on Underground. Guardando sotto la superficie e dietro gli aspetti percepibili della realtà, la mostra offre a livello sociale una visione delle sottoculture; da un punto di vista mentale e psicologico, scoperchia ciò che reprimiamo e che preferiremo dimenticare; mentre a livello fisico scava tutto ciò che si trova “sotto”. 
La mostra, che si svolge in collaborazione con la Kunsthalle West, è stata rinviata all’autunno. Venerdì 15 maggio alle 19:30, data di apertura originale, Salvaterra pubblica il suo manifesto sul canale Facebook di LanaLive. Per tutto il giorno invece, il manifesto viene distribuito in forma cartacea a Lana.


Giovedì, 21.05.20, ore 18:00

Angoli scuri

Dunkle Ecken_Fiona Belousz_Groundstudies_Foto Manuel Ahnemüller

Artisti: Dovilé Aleksaité, Valentina Alexander, Elias Asisi, Fiona Belousz, Winona Bogner, Hannah Füsser, Ting Lui, Elisa Jule Braun, Hilka Dirks, Zora Hünermann, Meret Schmiese, Alessandra Fochesato, Indra L. Frings, Manfred Elias Knorr, Montau, Isabelle Östlund, Raphael Pohl, Daniela Schaller, Merani Schilcher, Carolina Stieler, David Reitenbach, Lukas Winter
Set di musica: DJ Leo Cologna
Curatrici: Annika Terwey und Sophie Lazari
Mostra: 22.-31.05.2020

La mostra Angoli scuri, curata da Annika Terwey e Sophie Lazari, riunisce una ventina di opere d’arte di giovani artisti che affrontano il fenomeno della salute mentale, esponendole in un edificio nel centro di Lana rimasto disabitato per anni. Come fa la psicoanalisi, la mostra apre porte chiuse, entra in stanze nascoste e dà spazio a mondi emotivi celati. La mostra si terrà in un sito Web appositamente creato (www.dunkleecken.com). L’inaugurazione, che sarà trasmessa come live event su Radio Tandem, comprenderà un DJ-Set, mentre alcuni dei video in mostra saranno proiettati al piano terra del Bildhaus (via Maria Hilf 1, Lana). Inizialmente pensata per occupare due appartamenti dell’edificio rimasti vuoti per anni, la mostra si svolgerà nel solo piano terra, in modo che i video siano visibili attraverso le finestre che si affacciano sulla strada.


21.05.2020 – 31.05.2020

Angoli scuri presso il Kultur.Lana

Parallelamente alla mostra “angoli scuri”, Kultur.Lana (Piazza Hoffmann, Lana) organizza un’ampia mostra multimediale nella quale, in “angoli bui”, sono esposti alcuni media sul tema della salute mentali recentemente acquisiti.


Venerdì, 22.05.2020

Escursione alle buche di ghiaccio

Familienwanderung_Foto Flyle

Nella frazione di Acquaviva, sopra Lana, un po’ nascoste, si trovano le cosiddette buche di ghiaccio. Questo raro fenomeno naturale è spiegato dal principio fisico della galleria del vento: l’aria scorre, dall’alto verso il basso, attraverso un sistema di fessure tra le rocce, e si raffredda. Non essendo possibile fare un’escursione di gruppo, la guida escursionistica Olav Lutz ha scritto una descrizione dettagliata del tour, che può essere scaricata dal sito Web LanaLive a partire da venerdì 22 maggio. In tal modo, l’escursione di circa 3 ore alle buche di ghiaccio, per parte ancora sconosciute, potrà essere effettuata da chi è interessato nei fine settimana o durante l’estate.


Sabato, 23.05.2020

Manuel Pellegrini: Uncanny Eatery

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Conoscete la sensazione che monta dentro quando, scendendo le scale per raggiungere lo scantinato, immaginate che qualcosa, laggiù nel buio, vi stia aspettando? Qualcosa che, molto probabilmente, non promette nulla di buono. Nella performance dedicata al cibo e al cinema, il “designer esperienziale” Manuel Pellegrini combina i tesori della terra con quella misteriosa incertezza che prende lo stomaco. Questa One to One Performance era originariamente prevista in uno scantinato di Lana, mentre ora sarà un corriere a consegnare tutto il necessario per dare vita a questo lavoro performativo. Dopo l’iscrizione, infatti, i partecipanti riceveranno degli alimentari impacchettati e un video con tutte le istruzioni, in modo da riprodurre in casa propria (possibilmente nel seminterrato) l’esperienza di Uncanny Eatery.
Iscrizioni entro il 19 maggio a: info@lanalive.it


Domenica, 24.05.2020, ore 17:00

Marcel Zischg: Testimone 2019

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Marcel Zischg ha seguito nel ruolo di testimone LanaLive 2019, presenziando a tutti gli eventi sul tema Roundabout e scrivendo per ognuno di essi un resoconto. Il giovane autore, secondo un personale punto di vista, è stato quindi testimone di ciò che è accaduto durante il festival. Le sue osservazioni, così come le foto di Flyle (Philipp Unterholzner), formano assieme il LanaLive-Report, del quale, domenica 24 maggio 2020 alle ore 17:00, Zischg leggerà alcuni passi su Facebook e YouTube.


Lunedì, 25.05.2020, ore 19:00

Manuel Oberkalmsteiner & Matthias Keitsch: UNHEARD PLACES / Lana

Gasthof Wunder ©arminhuber_low-19

Il collezionista di suoni Manuel Oberkalmsteiner e il regista Matthias Keitsch hanno sviluppato il format audio UNHEARD PLACES, per il quale esplorano, registrano e rendono udibili luoghi “mai uditi”. Per LanaLive espanderanno il loro concetto includendo storie e racconti nascosti. Durante una performance dal vivo, intrecceranno suoni, rumori, conversazioni, storie e saghe in uno scenario sonoro che mescola reportage storici, diario di viaggio, musica sperimentale ed elettronica basata sul field recording.
La performance, che avrebbe dovuto svolgersi nella cantina di Villa Arnica, si terrà dal vivo su Radio Sonnenschein, nell’ambito del lunedì culturale del 25 maggio, alle ore 19:00. A seguire, si terrà una conversazione con Manuel Oberkalmsteiner e Matthias Keitsch.


Martedì, 26.05.2020

Film Im Keller (In cantina) di Ulrich Seidl

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Il film cult Im Keller (in lingua tedesca, sottotitoli in inglese) del regista austriaco Ulrich Seidl (2014) racconta storie di persone che coltivano le loro passioni/ossessioni nascondendosi: che si tratti di sessualità o della passione per le armi, di serpenti giganti contenuti in terrari, di sale fitness e di lavanderie o di arie d’opera che echeggiano tra le volte delle cantine.
Il film, non adatto ad un pubblico di giovanissimi, sarà trasmesso in streaming il 26 maggio per un numero limitato di spettatori.
Adesioni entro il 25.05.2020, scrivendo a
info@lanalive.it.


Mercoledì, 27.05.2020, ore 19:00

Dei terreni vivi e della loro importanza

Elia Guariento_Foto Elia Guariento

L’importanza di un suolo fertile è chiara ad ogni agricoltore. Ma quali caratteristiche ha un terreno buono e sano? Quali colture sono più adatte ad un certo terreno? Elia Guariento, ricercatore presso l’Eurac, offrirà una panoramica sui suoli altoatesini, con particolare attenzione alla Valle dell’Adige, e parlerà della “vita” nel suolo e del suo significato. Assieme a lui interverrà Wolfgang Drahorad, presidente del Museo altoatesino di frutticoltura. La conversazione sarà moderata da Stefan Nicolini. Il dibattito si svolge senza pubblico, ma verrà trasmesso in diretta dal Museo altoatesino di frutticoltura attraverso le pagine Facebook e YouTube di LanaLive. (in lingua tedesca)


Giovedì, 28.05.2020, ore 21:00

Radon – Concerto della sala prove

Radon_Foto_Dubiose Symbiose

Il centro giovanile JUX ha due sale prove nascoste e sotterranee nelle quali varie band come Unkraut, Gibsy Road Gang, Rusted Coins, The Modern Flowers, Unkraut e Bugfix provano per loro esibizioni.
Per l’occasione, i musicisti apriranno le porte di questa particolare sala prove ai microfoni delle trasmissione
Radio Freier Fall di RAI Alto Adige. La diretta radiofonica sarà trasmessa dalla sala prove giovedì 28 maggio, dalle 21 alle 22.00. Oltre ad eseguire alcuni loro brani, i musicisti converseranno con Reinhold Giovanett. A caratterizzare in maniera particolare questo concerto in sala prove sarà l’ampia gamma di generi musicali proposti, che spaziano dall’hard rock al techno punk e offrono un’idea delle diverse subculture musicali coinvolte.


Venerdì, 29.05.2020

Downstairs – Lana sotterranea

 

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Il mondo sotterraneo di Lana di Sopra, solitamente celato alla vista, viene portato alla luce dallo storico Simon Terzer. Sei tappe – dalla cantina medievale sotto una chiesa alla cantina dell’hotel dei tempi della Gründerzeit, fino al moderno caveau di una banca – attendono di essere scoperte. Disceso nelle “profondità urbane” di Lana, Simon Terzer ne ha studiato le particolarità. Un resconto delle sue ricerche ed esperienze sarà pubblicato e distribuito in forma di brochure venerdì 29 maggio.


Sabato, 30.05.2020, ore 19:00

Zolf & Saturn

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Zolf & Saturn è una carovana di un solo uomo che raccoglie suoni da tutto il mondo e li mescola con ritmi travolgenti, caldi synth, la propria voce, chitarre turche ed elettriche. Un viaggio musicale che trasuda voglia di viaggiare, desiderio e ottimismo. Musica da ballare, da ascoltare, per sognare. Il concerto sarà trasmesso in diretta dal giardino di Villa Arnica attraverso il canale Instagram e Facebook di Villa Arnica e tramite la pagina Facebook di LanaLive.


Sonntag 31.05.2020, 20 Uhr

Closing the gate to the underground

Montau

La mostra Angoli scuri e l’intero festival LanaLive Underground vedranno per la loro conclusione un’installazione audiovisiva ad alto contenuto emozionale realizzata da Montau. Il compositore e produttore, residente a Berlino, crea ritmi tesi, ipnotici e paesaggi malinconici che si muovono tra densi e avvolgenti cortine sonore e deflagranti arrangiamenti ritmici.
La prima assoluta di questa installazione, creata appositamente per il LanaLive, sarà trasmessa in un live streaming nel sito di Salto.bz e nel canale Facebook di LanaLive. Suoni meditativi e suadenti giochi cromatici inviteranno gli spettatori a rilassarsi, infondendo benessere mentale e chiudendo le porte del mondo sotterraneo, dell’Underground.


Testimone

Dato che quest’anno sarà particolarmente difficile seguire sul posto tutti gli appuntamenti del programma di LanaLive, il ruolo di testimone assume un valore di particolare importanza. Il giovane autore, blogger e regista Thomas Tribus parteciperà a LanaLive Undergorund nella veste di testimone. Egli sarà presente a tutti gli eventi e appunterà in un blog le proprie impressioni sui vari appuntamenti. I testi di Thomas Tribus costituiranno la base del LanaLive-Report, che verrà pubblicato dopo la manifestazione festival. Contemporaneamente, il festival sarà immortalato dagli scatti fotografici di Flyle (Philip Unterholzner).

Programm

Preview: Freitag 15.05.2020, 19.30 Uhr

There’s a World Going on Underground

There's a World Going on Underground_Thomas Scalco - 'Htambà, 2019 - argillite di Lozio e legante acrilico su tela, 50x70 cm

Als Preview zu LanaLive veröffentlicht der Kurator Gabriele Salvaterra ein Manifest zu der von ihm geplanten Ausstellung There’s a World Going on Underground. Die Ausstellung schaut unter die Oberfläche und hinter die wahrnehmbaren Aspekte der Realität. Auf sozialer Ebene gibt sie den Blick auf die Subkulturen frei, auf mentaler und psychischer Ebene eröffnet sie das Unterdrückte, das wir lieber vergessen und auf physischer Ebene gräbt sie all das aus, was “darunter” liegt. Die Ausstellung, die in Kooperation mit der Kunsthalle West stattfindet wurde auf Herbst verschoben. Am Freitag, 15. Mai um 19.30 Uhr, dem ursprünglichen Eröffnungstermin, wird Salvaterras Manifest auf der Facebookseite von LanaLive veröffentlicht den ganzen Tag über hingegen wird es in Lana verteilt.


Donnerstag, 21.05.2020, 18 Uhr

Dunkle Ecken

Dunkle Ecken_Fiona Belousz_Groundstudies_Foto Manuel Ahnemüller

Künstler*innen: Dovilé Aleksaité, Valentina Alexander, Elias Asisi, Fiona Belousz, Winona Bogner, Hannah Füsser, Ting Lui, Elisa Jule Braun, Hilka Dirks, Zora Hünermann, Meret Schmiese, Alessandra Fochesato, Indra L. Frings, Manfred Elias Knorr, Montau, Isabelle Östlund, Raphael Pohl, Daniela Schaller, Merani Schilcher, Carolina Stieler, David Reitenbach, Lukas Winter
Musik-Set: DJ Leo Cologna
Kuratorinnen: Annika Terwey und Sophie Lazari
Ausstellung: 22.-31.05.20

Die von Annika Terwey und Sophie Lazari ausgerichtete Ausstellung Dunkle Ecken versammelt an die 20 Kunstwerke von jungen Kunstschaffenden rund um das Thema der psychischen Gesundheit und zeigt sie. Wie in der Psychoanalyse öffnet die Ausstellung verschlossene Türen, betritt versteckte Räume und gibt verborgenen Gefühlswelten Raum.
Die Ausstellung findet auf einer eigens kreierten Webseite (www.dunkleecken.com) statt, die Eröffnung inklusive DJ-Set wird als Live-Event über Radio Tandem übertragen und einige der ausgestellten Videos werden im Erdgeschoss des Bildhauses (Maria Hilf Straße 1, Lana) gezeigt. In den zwei Wohnungen des seit Jahren leerstehenden Gebäudes war die Kunstschau ursprünglich geplant, nun wird nur das Erdgeschoss bespielt und zwar so, dass die Videos durch die Fenster sichtbar sind.


21.05.2020 – 31.05.2020

Dunkle Ecken im Kultur.Lana

Parallel zur Kunstschau Dunkle Ecken veranstaltet der Kultur.Lana (Hofmannplatz, Lana) eine breit angelegte Medienausstellung und zeigt in Dunklen Ecken zum Teil neu erworbene Medien zum Themenkomplex der psychischen Gesundheit.


Freitag, 22.05.2020

Wanderung zu den Eislöchern

Familienwanderung_Foto Flyle

In Ackpfeif oberhalb von Lana befinden sich, etwas versteckt, sogenannte Eislöcher. Das seltene Naturphänomen erklärt sich aus dem physikalischen Prinzip der Windröhre: Luft strömt durch ein Spaltensystem zwischen den Felsen von oben nach unten und kühlt sich dabei ab.
Da es nicht möglich ist eine gemeinsame Wanderung durchzuführen hat der Wanderführer Olav Lutz eine ausführliche Tourenbeschreibung verfasst, die ab Freitag, 22. Mai von der Webseite von LanaLive geladen werden kann, sodass die ca. 3 Stunden dauernde Wanderung zu den Großteils unbekannten Eislöchern am Wochenende oder im Laufe des Sommers von allen Interessierten durchgeführt werden kann.


Samstag, 23.05.2020

Manuel Pellegrini: Uncanny Eatery

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Kennst du das Gefühl, wenn du im Keller Kartoffeln holen musst und mit jedem Schritt, den du die Treppe hinabsteigst, wächst diese leise Ahnung, dass da unten im Dunkeln etwas auf dich wartet? Etwas, das mit großer Wahrscheinlichkeit nichts Gutes verheißt. In der Food- und Filmperformance verbindet Experience Designer Manuel Pellegrini Schätze des Erdreiches mit dem schaurigen Ungewissen das einem den Magen verdreht.
Die One to One Performance war ursprünglich in einem Keller in Lana geplant und kommt jetzt zu den Interessierten via Paketdienst nach Hause. Auf Anmeldung werden Lebensmittelpakete inklusive Anleitungsvideos versendet, damit im eigenen Zuhause, eventuell im Keller, die Uncanny Eatery-Erfahrung nachvollzogen werden kann.
Anmeldung innerhalb 19. Mai an: info@lanalive.it


Sonntag, 24.05.2020, 17 Uhr

Marcel Zischg: Zeugschaft 2019

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Marcel Zischg begleitete als Zeuge LanaLive 2019. Er war bei allen Veranstaltungen zum Thema Roundabout anwesend und hat zu jeder einen Erlebnisbericht verfasst. Aus persönlicher Sicht bezeugt der Jungautor das Geschehen während dem Festival. Seine Aufzeichnungen, sowie die Fotos von Flyle (Philipp Unterholzner) bilden zusammen den LanaLive-Report, aus welchem Zischg am Sonntag, 24. Mai 2020 um 17 Uhr auf Facebook und YouTube vorliest.


Montag, 25.05.2020, 19 Uhr

Manuel Oberkalmsteiner & Matthias Keitsch: UNHEARD PLACES / Lana

Gasthof Wunder ©arminhuber_low-19

Der Klangsammler Manuel Oberkalmsteiner und der Filmmacher Matthias Keitsch haben das Hörformat UNHEARD PLACES entwickelt, mit dem sie ungehörte Ort erkunden, aufnehmen und hörbar machen. Für LanaLive erweitern sie ihr Konzept um verborgene Geschichten und Erzählungen. Die ergrabenen Klänge, Geräusche, Gespräche, Geschichten und Sagen verweben sie in einer Live-Performance in Hörbildern, die eine Mischung aus historischer Reportage, Reisebericht, experimenteller und elektronischer Musik basierend auf Field Recordings sind.
Die Performance, die im Keller der Villa Arnica hätte stattfinden sollen, wird live auf Radio Sonnenschein, im Rahmen des Kulturmontags am Montag, 25. Mai ab 19 Uhr gespielt. Anschließend folgt ein Gespräch mit Manuel Oberkalmsteiner und Matthias Keitsch.


Dienstag, 26.05.2020

Im Keller von Ulrich Seidl

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Der Kultfilm Im Keller des österreichischen Regisseurs Ulrich Seidl (2014) erzählt Geschichten von Menschen, die ihre Obsessionen im Versteckten nachgehen. Es geht um Sexualität und Schussbereitschaft, um Riesenschlangen, die in Terrarien liegen, um Fitnessräume und Waschkeller und Opernarien, die in Gewölbekeller verklingen. Der nicht ganz jugendfreie Film wird am 26.05.20 für eine begrenzte Zuschauerzahl gestreamt.
Anmeldung innerhalb 25.05.20 an info@lanalive.it.


Mittwoch, 27.05.2020, 19.00 Uhr

Von lebenden Böden und ihrer Bedeutung

Elia Guariento_Foto Elia Guariento

Die Bedeutung eines fruchtbaren Bodens ist jedem Bauer klar. Aber was ist ein guter und gesunder Boden? Für was ist er alles gut? Der an der Eurac forschende Elia Guariento gibt einen Überblick zu den Böden in Südtirol mit besonderem Augenmerk auf das Etschtal, weiters spricht er über „Leben“ im Boden und dessen Bedeutung. Mit ihm unterhaltet sich Wolfgang Drahorad, der Obmann des Südtiroler Obstbaumuseum; moderiert wird das Gespräch von Stefan Nicolini. Das Gespräch findet ohne Publikum statt, wird aber live aus dem Obstbaumuseum über den Facebook– und YouTubekanal von LanaLive übertragen.


Donnerstag, 28.05.2020, 21.00 Uhr

Radon – Proberaumkonzert

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Das Jugendzentrum JUX verfügt über zwei verborgene und unter der Erde liegende Proberäume. Verschiedene Bands wie Unkraut, Gibsy Road Gang, Rusted Coins, The Modern Flowers, Unkraut und Bugfix üben dort für ihre Auftritte. In dieser Underground-Location feiern sich die Hausdamen und Herren, in dem sie das Probelokal für Radio Freier Fall von RAI Südtirol öffnen. Live wird am Donnerstag, 28. Mai von 21 bis 22 Uhr aus dem Proberaum übertragen. Neben Songproben stellen sich die Musikerinnen und Musiker dem Gespräch mit Reinhold Giovanett. Eine Besonderheit des Proberaumkonzerts ist die große Bandbreite der Musikstile, sie reichen von Hard Rock bis Technopunk und geben Einblick in die verschiedenen Subkulturen.


Freitag, 29.05.2020

Downstairs – das unterirdische Lana

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Was sonst den Blicken verborgen bleibt, holt der Historiker Simon Terzer ans Licht: die Unterwelt in Oberlana. Sechs Stationen – vom mittelalterlichen Weinkeller unter einer Kirche über den Hotelkeller aus den Gründerjahren, einem Bunker aus der Nachkriegszeit, bis zum modernen Tresorraum einer Bank – warten darauf entdeckt zu werden. Simon Terzer hat sich in die Unterwelt begeben und diese erforscht. Sein Forschungs- und Erfahrungsbericht wird als Broschüre am Freitag, 29. Mai veröffentlicht und verteilt.


Samstag, 30.05.2020, 19 Uhr

Zolf & Saturn

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Zolf & Saturn ist eine rollende Ein-Mann-Karawane, die Klänge und Sounds aus aller Welt sammelt und mit treibenden Beats, warmen Syths, mit seiner Stimme und türkischen und elektrischen Gitarren vermischt. Eine musikalische Reise die nach Fernweh, Sehnsucht und Aufbruchstimmung klingt. Es ist Musik zum Tanzen, zum Träumen und zum zuhören. Übertragen wird das Konzert live aus dem Garten der Villa Arnica über den Instagram- und Facebookkanal der Villa Arnica und über die Facebookseite von LanaLive.


Sonntag 31.05.2020, 20 Uhr

Closing the gate to the underground

Montau

Die Ausstellung Dunkle Ecken, sowie das gesamte Festival LanaLive Underground beschließt eine hochsensible, audiovisuelle Installation von Montau. Der in Berlin lebende Komponist und Produzent kreiert angespannte, hypnotische Grooves und melanchonische Klanglandschaften, die sich zwischen dichten Klangwänden und donnernden Trommelarrangements bewegen. Die Uraufführung der eigens kreierten, knapp 11 Minuten dauernden Installation findet über den Livestream von Salto.bz und den Facebookkanal von LanaLive statt. Mit meditativen Klängen und chromatischen Farbbewegungen lädt er zum Relaxen ein, beschwört die psychische Gesundheit und schließt die Tore zur Unterwelt.


Zeugschaft

Da es besonders in diesem Jahr schwierig ist alle Programmpunkte von LanaLive vor Ort zu verfolgen ist die Rolle des Festivalzeugen umso wichtiger. Als Zeuge begleitet der Jungautor, Blogger und Filmemacher Thomas Tribus LanaLive Underground. Er ist bei allen Veranstaltungen anwesend und versammelt seine Sicht auf die Programmpunkte und Erfahrungen in einem Blog. Die Texte von Thomas Tribus bilden die Grundlage des – anschließend an das Festival erscheinenden – LanaLive-Reports. Fotografisch hingegen wird das Festival von Flyle (Philip Unterholzner) dokumentiert.